Erststart mit dem Raspberry Pi

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Erststart mit dem Raspberry Pi

Beitrag von BaBa » 09 Dez 2015, 13:21

Erststart mit dem Raspberry Pi

Hier wird ein Weg gezeigt, wie man den Pi in Betrieb nimmt, das Image aufspielt und die erste
Grundkonfiguration vornimmt. Als Ausgangssituation wird ein Windows Rechner genommen
und damit die SD-Karte vorbereitet. Als Tipp will ich anmerken, das 4GB ausreichend sind,
wenn man jedoch etwas "experimentieren" will, sollten es 8 oder mehr GB sein!


Hinweis:

Damit der Pi - vor allem mit Peripherie wie WLAN-Dongle, Tastatur, ... - gut funktioniert,
ist ein ordentliches Netzteil mit ausreichend Leistung Pflicht. Weiterhin biete ich Euch
die Möglichkeit, Artikel zu nutzen, die bei mir definitiv funktionieren:
Einrichtung des WLAN-Sticks hier: Beitrag 2.
Mögliche Fehler und Beseitigungsvorschläge: Beitrag 3.

1. Vorbereitung:

Der erste Schritt wird sein, das wir uns das Image für den Raspberry Pi herunter laden.
Dieses finden wir auf der offiziellen Seite: Raspberrypi.org - Downloads.
In meiner Konfiguration habe ich NICHT das Noobs Image gewählt, sondern das Jessie.
Der Zugriff auf den Pi erfolgt mittels Putty: Download Putty

Der weitere Verlauf, inklusive Bilder, ist im Spoiler enthalten.
Spoiler:
Zum formatieren der SD-Karte empfehle ich das kleine Tool von HP. Der genaue Name lautet:
HP USB Disk Storage Format Tool, Download von uns: hier oder z.B. von Chip: hier.

Hier wählen wir unser Speichermedium aus, selektieren FAT32 und geben dem Medium einen Namen.
Bild

Den Warnhinweis können wir mit JA bestätigen.
Bild

Erscheint dieses Fenster, dann ist der Formatierungsvorgang erfolgreich abgeschlossen.
Bild

Weiterhin brauchen wir ein Tool, mit dem wir das Image auf die SD-Karte des Pi's schreiben.
Selbstverständlich geht das auch mittels der Windows-Konsole, doch die meisten Nutzer sind an die
einfacheren, grafischen Oberflächen gewöhnt, weshalb ich diesem Tool den Vorzug geben möchte.
Es handelt sich dabei um das: "Win32 Disk Image" Tool, was ihr hier laden könnt: Download

Auswahl des Zielmediums und des Images, welches kopiert werden soll.
Bild

Auch hier erscheint wieder eine Sicherheitsabfrage, die wir mit Ja beantworten.
Bild

Hier startet nun der Schreibvorgang, und links unten sehen wir die aktuelle Transferrate.
Bild
2. SD-Karte einsetzen und den Pi konfigurieren:

Haben wir die Speicherkarte erfolgreich vorbereitet, setzen wir diese nun in den Pi ein.
Die Speicherkarte kommt in den Schacht auf die Unterseite, wobei die Kontakte der Karte
wiederum nach oben zeigen. Sitzt die Karte, schließen wir als nächstes das LAN-Kabel an und bei
Bedarf Monitor und Tastatur. Jedoch können wir den Erststart auch komplett über das Netzwerk durchführen.
Hinweis: In dieser Anleitung erfolgt die Konfiguration über das Netzwerk, per SSH / durch Putty.
Das letzte Element, was angeschlossen wird, ist das Strom-Kabel.

Nun sehen wir anhand der kleinen LED's des Pi's, wie und ob der kleine Rechner ordnungsgemäß arbeitet.
Es müssen am Anfang alle 5 LED's leuchten, wobei die unteren 3 für das Netzwerk sind.
Leuchtet also nur die erste (Aktivitäts-LED) und die 2. (rote LED, Stromversorgung) und keine andere,
dann ist entweder das Netzwerkkabel ausgerutscht oder die Verbindung allg. geht nicht.

2.1 Der Zugriff mittels Putty


Da der Pi nun läuft, müssen wir uns auf diesen verbinden. Doch welche IP hat dieser?
Wir haben nun verschiedene Möglichkeiten, diese herauszufinden. Entweder wir finden diese lokal am Pi heraus, indem wir mit Tastatur und Monitor arbeiten:
Spoiler:

Code: Alles auswählen

ifconfig
Oder wir loggen uns auf unseren Router ein, und sehen die dann da aufgelistet.
Weiterhin können wir das Netzwerk "scannen"; einmal mit Windows eigenen Boardmitteln.
Dafür brauchen wir die Windows-Kommando-Konsole: Start => cmd

Code: Alles auswählen

net view
oder

Code: Alles auswählen

arp /a
Hinweis: Ich habe festgestellt, das die Suche bei mir keinen Pi angezeigt hat!

Oder wir nehmen dazu Tools wie: Network Scanner oder Advanced IP Scanner. Unter Linux nutzen wir einfach folgenden Befehl:

Code: Alles auswählen

nmap 192.168.xxx.0/24
Die xxx durch richtige Zahl ersetzen. Netzwerk mit Fritzbox: 178; Speedport: 1

Haben wir die IP herausgefunden, starten wir nun Putty und geben die IP ein.
Clever wäre es, diese gleich für die weitere Verwendung zu speichern.
Bild

Nachdem wir auf "Connect" geklickt haben, wird uns Putty einmalig ein Feld aufwerfen,
was wir natürlich mit Ja beantworten, sonst können wir an dieser Stelle nicht weiter arbeiten :P
Bild

Ist auch das geschafft, verlangt er nun den Login, welcher Standardmäßig immer: pi ist.
Das Passwort dazu lautet: raspberry und wird, typisch für Linux, nicht bei der Eingabe angezeigt!
Bild

Haben wir alle erforderlichen Daten korrekt eingegeben, sehen wir nun diese Zeilen:
Bild

2.2 Grundkonfiguration und Update


Da der Zugriff nun klappt, ist es wichtig, den Pi ordentlich zu konfigurieren.
Der erste Schritt wird sein, die Pi-Konfiguration durchzulaufen:
Spoiler:
Wir führen dazu folgenden Befehl aus:

Code: Alles auswählen

sudo raspi-config
Dies sollte in dieser Dialog-Box enden:
Bild

Nun gehen wir die Reihe nach folgende Punkte durch:
Hinweis: Mit der Taste "Tabulatur" gelangen wir nach unten auf "<OK>"
oder "<Abbrechen>" bzw. "<Select>" oder "<Back>"
  • 1 Expand Filesystem (Sollte ein Fehler auftauchen, klicke bitte H I E R)
  • 2 Change User Password
  • 4 Internationalisation Options
    • I1 Change Locale
      • Da en_XX abwählen | de_DE.UTF-8 UTF-8 anwählen
      • Mit "<OK>" weiter und dann "de_DE.UTF-8" wählen
    • I2 Change Timezone
      • Europa
      • Berlin
    • I3 Change Keyboard Layout
      • Standard-Eintrag lassen und mit "<Ok>" weiter
      • Ganz nach unten gehen, auf "Other"
      • In der Liste wählen wir: "German"
      • Nun wieder ganz nach oben und da erneut: "German"
  • Der letzte Punkt ist "<Finish>"
Nun haben wir die Grundeinstellungen getätigt und machen am besten einen Neustart.
Vergesst bei der erneuten Anmeldung nicht, dass wir das Passwort geändert haben!

Code: Alles auswählen

sudo reboot
Nachdem der Pi wieder sauber hochgefahren ist, geht es daran, seine Pakete und das Basis-Programm,
wieder auf den aktuellen Stand zu bringen (kann etwas dauern). Dafür geben wir dies hier ein:

Code: Alles auswählen

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade && sudo apt-get clean
Sind jetzt die Pakete aktuell, werden wir gleich den Kernel noch updaten:

Code: Alles auswählen

sudo rpi-update
Danach einen Neustart durchführen und der Pi steht uns aktuell einsatzbereit!

Code: Alles auswählen

sudo reboot

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WLAN unter den Raspberry Pi einrichten

Beitrag von BaBa » 10 Dez 2015, 20:06

WLAN unter den Raspberry Pi einrichten

Ich beziehe mich hier auf den in Beitrag #1 genannten WLAN-Dongle, mit dem Realtek Chipsatz: RTL8192CU.
Welche anderen Chipsätze noch unterstützt werden, könnt Ihr unter anderem hier nachlesen: WLAN Karten Unterstützung

1. Den Stick integrieren:
Spoiler:
Wir prüfen zuerst, ob der Stick ordnungsgemäß angezeigt wurde:

Code: Alles auswählen

ifconfig
Die Anzeige sollte ungefähr so aussehen:
Bild

Jetzt ist es von Vorteil, wenn wir die Stromsparfunktion für das WLAN-Modul abschalten,
damit er im Ruhe-Modus die Verbindung nicht kappt. Dies sollte simultan zu anderen Chipsätzen gehen:

Wir legen zuerst eine Konfigurationsdatei an, wo die Parameter gespeichert werden:

Code: Alles auswählen

sudo nano /etc/modprobe.d/8192cu.conf
Diese Datei füllen wir nun mit diesem Inhalt:

Code: Alles auswählen

options 8192cu rtw_power_mgnt=0 rtw_enusbss=0
Jetzt stellen wir ein, ob der Pi automatisch, sprich per DHCP oder manuell eine IP bekommen soll:

Code: Alles auswählen

sudo nano /etc/network/interfaces
#############################################################
###### Einstellung für die automatische IP-Zuweisung mittels DHCP #####
#############################################################

Die Datei sollte angepasst so aussehen (wlan0):

Code: Alles auswählen

auto wlan0
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet dhcp
wpa-ap-scan 1
wpa-scan-ssid 1
wpa-ssid "Pi-WLAN" # Euer WLAN-Name
wpa-psk "1234567890123" # Euer WLAN-Schlüssel
#############################################################
######## Einstellung für die manuelle IP-Zuweisung mittels Static #######
#############################################################

Code: Alles auswählen

auto wlan0
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet static
address 192.168.178.44
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.178.1
wpa-ap-scan 1
wpa-scan-ssid 1
wpa-ssid "Pi-WLAN" # Euer WLAN-Name
wpa-psk "1234567890123" # Euer WLAN-Schlüssel
Jetzt speichern wir alles ab und starten danach das Netzwerk neu:

Code: Alles auswählen

sudo service networking restart

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Fehler mit dem Raspberry Pi

Beitrag von BaBa » 11 Dez 2015, 12:16

Fehler mit dem Raspberry Pi

Fehler 1: Speicherkarte kann nicht erweitert werden
Ich habe öfters das Problem gehabt, das ich meine Speicherkarte nicht auf die volle
Kapazität erweitern konnte. Als Fehler wurde mir im "Raspi-Config" Menü folgendes gezeigt:

Code: Alles auswählen

/dev/root does not exist or is not a symlink. Don't know how to expand
Lösung des Problems:

Wir arbeiten hier mit dem internen Tool: fdisk.
Spoiler:
Um dies zu nutzen und den Startwert der aktuellen Partition zu sehen, geben wir diesen Befehl ein:

Code: Alles auswählen

sudo fdisk /dev/mmcblk0
Jetzt erhalten wir ein neues Command-Prompt, welches unsere Befehle erwartet.

Um den Startwert zu sehen, geben wir ein "p" ein; die Ausgabe sollte so aussehen:
Bild

Jetzt müssen wir die 2. Partition löschen, um sie mit voller Größe nachher wieder anzulegen.
Dafür tippen wir: "d" und dann "2"; somit wird die Partition gelöscht.
Hinweis: Sollte es eine 3. Partition geben, so auch diese löschen! Nicht die 1.!

Sind alle bis auf die 1. gelöscht, erstellen wir nun eine neue Partition, mit der restlichen Größe der Speicherkarte.
Damit das klappt, tippen wir: "n", dann "p" und danach die "2".
Bei der Abfrage des "First sector" geben wir den Endsektor der ersten Partition + 1 ein. In meinem Fall wäre das: 122880.
Diesen einfach mit Enter bestätigen. Der Endsektor ist einfach die gößt-mögliche Zahl;
in der Regel kann man den "defaul" - Wert einfach bestätigen.
Als letztes geben wir ein "w" ein, um die neue Partitionstabelle zu schreiben.
Mit "Strg + C" beenden wir die Eingabe und nun noch ein Neustart:

Code: Alles auswählen

sudo reboot
klappte der Neustart problemlos, dann geben wir folgenden Befehl ein,
um die Partition nun auf die festgelegte Größe zu verändern:

Code: Alles auswählen

sudo resize2fs /dev/mmcblk0p2
Mit folgenden Befehl können wir uns das Ergebnis anschauen:

Code: Alles auswählen

df -h

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